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Graffiti I Laut Christoph Stölzl (CDU) sind sie "die hässliche Fratze der Ellenbogengesinnung, die Freude am Rechtsbruch, die Schadenfreude, die zu den hässlichsten Eigenschaften der Menschheit gehört." Graffiti, so scheint es, sind unser Untergang. Gleichzeitig schießen allerorts die Plakatwände und sonstiger Werbemüll aus dem Boden. Laut, bunt und provozierend versucht er, die Aufmerksamkeit der Dummen zu erzwingen. Er wird allerdings nicht bekämpft, sondern Nachts noch angestrahlt. Was für eine "Fratze" zeigt sich da, Herr Stölzl? Sind Verschandelungen des öffentlichen Raums nur verwerflich, wenn sie nicht der persönlichen Bereicherung dienen? 13.04.05 |
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Public puking Im Spreebogen am Reichstag hat adidas zur Fußballweltmeisterschaft einen riesigen Turnschuh aus Plastik aufgestellt. Vorm Brandenburger Tor steht eine gigantische Blechkiste von Audi - ebenfalls vom Partner BASF in Plaste gegossen. Und zwischen Reichstag und Kanzleramt errichtet adidas eine Kopie des Olympiastadions für "Public Viewing". Über 50 Bäume werden dafür platt gemacht, und eine prämierte Grünanlage verschwindet unter Asphalt. Wir fragen uns: Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht mal in ihrem eigenen Vorgarten derartigen Unternehmer-Vandalismus unterbinden kann, wie will sie dann ein ganzes Land regieren? 10.04.06 |
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Licht Im Sony Center am Potsdamer Platz gehen nachts die Lichter an. Nicht nur die "Zirkuskuppel" erstrahlt dann in kitschigen Farben, auch tausende Fenster menschenleerer Büros bleiben ununterbrochen erleuchtet - zum Zeichen, daß man es sich leisten kann! In der Katzbachstraße in Kreuzberg geht am Abend des 15.04.05 eine Wohnung in Flammen auf. Die 71jährige Bewohnerin wird lebensgefährlich verletzt. Sie hatte ihre Wohnung seit langem nur noch mit Kerzen beleuchtet. Da sie die Stromrechnung nicht bezahlen konnte, hatte ihr der Stromversorger den Strom abgestellt. 14.06.05 |
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Konsum "Für mich ist Mode das Wichtigste im Leben. Ich gehe nie ohne gegelte Haare aus dem Haus. Ich trage aber nur Nike, weil Nike zu mir passt. Ohne Nike-Sachen lauf ich nicht rum, manchmal trag ich auch Adidas-Sachen." Leserbrief eines Elfjährigen |
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Graffiti II "Warum kann man nicht alle Graffiti-Befürworter einfach erschlagen? Sie leisten offenbar keinen sinnvollen Beitrag zur menschlichen Gesellschaft." Dieter Brügmann ("Da Didi") |
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Neusprech Pünktlich zur Fußballweltmeisterschaft wurde im Zentrum Berlins
mit dem Abriß des Palastes der Republik begonnen.
Um die Touristen für die Baustelle zu begeistern, wurden die Absperrgitter
mit Werbeplanen behängt, die von einer Sternstunde der Demokratie künden.
Dabei hatte das Volk sich in Meinungsumfragen mehrheitlich gegen den Abriß
ausgesprochen. 21.04.06 |
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Sicher! Zwölf Stunden nach der Bekanntgabe, er sei zu DDR-Zeiten Mitarbeiter des
"Ministeriums für Staatssicherheit" gewesen, war Hans Rentmeister
als Generalsekretär des Internationalen
Sachsenhausen-Komitees, das die Interessen der Überlebenden des
Konzentrationslagers vertritt, entlassen. Er habe, so heißt es,
früher an der "Stasi-Hochschule" in Potsdam als Jurist die "Überwachung
und Verfolgung von Regimegegnern" gelehrt. 08.05.06 |
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Klar! Siebzehn Jahre nach dem Zusammenbruch der DDR arbeitet wieder einmal eine
Bundesregierung in Ausübung ihrer diesbezüglichen deutungshoheitlichen
Befugnisse an der "Aufarbeitung der DDR-Diktatur". "Kulturstaatsminister im Kanzleramt"
Bernd Neumann (CDU) erläutert, worum es dabei geht, nämlich darum, "allen
Tendenzen zur Verklärung der DDR entgegenzutreten." 16.05.06 |
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Sauber Überall in Berlin wirft die Fußballweltmeisterschaft derzeit die "häßliche
Fratze" ihres Schattens voraus (wie Christoph Stölzl, s. o., wohl sagen würde).
Nachdem bereits zahllose Sträucher und üppiges Grün gegen den Protest der Anwohner
dem Willen, sich der Welt als Stadt der Saubermänner zu präsentieren,
geopfert wurden und durch feinen Zierrasen ersetzt wurden, haben die Bezirke
nun dem "wilden Plakatieren" den Kampf angesagt. Zum Partner haben sie sich
dabei die VRR Berek GmbH erkoren. Die Firma ist nach eigener
Aussage der "Marktführer für Außenwerbung" und somit selbst der
größte Verschandeler des Stadtbilds. Ihre Aktivitäten umfassen
u. a. das Kleben von Plakaten gegen illegales Plakatieren. 17.05.06 |
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